was mache ich hier?

Für alle Nicht-Chemiker habe ich die Begriffe, die mit einem Sternchen gekennzeichnet sind unten noch einmal kurz und möglichst verständlich erklärt.

Ich mache ein zweimonatiges Praktikum über den DAAD an einer Uni in Santiago de Chile. Hier bin ich in einem Arbeitskreis, der unter anderem mit MOFs*, aber auch mit anderen katalytisch* aktiven Stoffgruppen arbeitet.
Im Rahmen der „Initiativa milenio“, einer Initiative des chilenischen Ministeriums für Wirtschaft, Entwicklung und Tourismus gibt es eine Kooperation zwischen der Chemie und der Ingenieursfakultät. Dort wird unter anderem an der Umwandlung biobasierter Stoffe in wichtige Chemikalien gearbeitet, sowie an der Herstellung geeigneter Katalysatoren für eben diese Reaktionen.
Und das scheint genau das zu sein, was ich in den nächsten zwei Monaten tun werde: Katalysatoren herstellen, deren Eigenschaften wie Porengröße* und spezifische Oberfläche* messen und probieren, ob und wie gut sie katalytisch aktiv sind.

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MOF steht für “Metal-Organic Framework”, diese bestehen aus Metallzentren und organischen Linkermolekülen. Das kann man sich in etwa wie das Spiel Geomag vorstelle. 

Dabei hat man magnetische Metallkugeln, die Metallzentren, die mit Plastikstäben verbunden werden. Diese stellen die organischen Linker dar.
Man erhält also eine dreidimensionale Struktur mit großen Zwischenräumen. In diesen können sich kleinere Moleküle frei bewegen, sie können sich den Metallzentren annähern, die Reaktionen katalysieren können.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Metal_Organic_Framework

Katalysatoren sind Stoffe, die einem Reaktionsgemisch zugegeben werden und dafür sorgen, dass die Reaktion schneller geht und/oder bei einer niedrigeren Temperatur stattfindet,.. Dabei wird die Substanz nicht verbraucht oder verändert, sondern kann am Ende der Reaktion wieder entnommen werden und weiterverwendet werden. Katalysatoren die in Autos verwendet werden, sorgen unter anderem dafür, dass CO (giftig) in CO2 (nicht mehr ganz so giftig) umgewandelt wird. (https://de.wikipedia.org/wiki/Katalysator)

Die Porengröße ist die Göße der Zwischenräume zwischen den Linkern und Metallzentren, diese sind bei mir etwa 10 Å, also etwa 10 Atome groß.

Die spezifische Oberfläche ist die gesamte Oberfläche der dreidimensionalen Stoffe und kann schon einmal tausend m2 pro Gramm betragen.